Grafschafter Nachrichten
Mittwoch, 05. Februar 2020

„Handwerk hat goldenen Boden“: Die frischgebackenen Gesellen aus der Grafschaft haben den Grundstein dafür gelegt, dass sich die Redewendung für sie bewahrheiten kann. Zentralverbandspräsident Wollseifer betont die guten Chancen für den Nachwuchs.

 Lossprechung2020
Bei der großen Lossprechungsfeier des Handwerks im Konzert- und Theatersaal gibt es viele glückliche Gesichter.Foto: Wohlrab

 

Nordhorn „Sie können etwas. Und darauf dürfen Sie stolz sein!“ Mit diesen Worten beglückwünschte der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Hans Peter Wollseifer, am vergangenen Freitag die 83 frischgebackenen Gesellen aus dem Grafschafter Handwerk bei ihrer Lossprechungsfeier im Konzert- und Theatersaal in Nordhorn. Wollseifer war als Ehrengast auf Einladung der Kreishandwerkerschaft Grafschaft Bentheim nach Nordhorn gekommen, sehr zur Freude von Kreishandwerksmeister Gerd Hindriks: „Hans Peter Wollseifer kennt das deutsche Handwerk wie kaum ein Zweiter. Als Maler- und Lackierermeister ist er einer von uns. Herr Wollseifer, wir sind sehr froh, Sie heute hier zu haben, und über Ihre Bereitschaft, den jungen Gesellen einiges mit auf den zukünftigen Weg zu geben.“

Im Beisein von Reinhold Hilbers, Finanzminister des Landes Niedersachsen, nahm Wollseifer in seiner Festrede diesen Faden gerne auf. Er gratulierte dem handwerklichen Nachwuchs und er verwies auf die großen Chancen, die sich den Gesellen böten: „Wer sein Handwerk beherrscht, ist überall gefragt“, stellte er klar. Gänzlich unbekümmert fiel die Ansprache jedoch nicht aus. Kritische Worte fand Wollseifer unter anderem für den Brexit, den Protektionismus und Handelskonflikte. Sorgen bereite ihm auch das Erstarken der Populisten. „Das soll Sie nicht demotivieren. Im Gegenteil, das ist ein Appell. Wir brauchen einen realistischen Blick auf die Welt. Aber auch die Zuversicht, dass wir unsere Zukunft selbst in der Hand haben. Und wer, wenn nicht Sie, die junge Generation, kann diese Zukunft gestalten?“, betonte der Verbandspräsident.

Als überaus positiv bewertete er in diesem Zusammenhang die Rückkehr zur Meisterpflicht in zwölf Handwerksberufen. „Für diese Rückkehr haben wir lange gekämpft. Das gute Ergebnis, das wir jetzt haben, gibt uns die Chance, die Probleme, die sich aus der Abschaffung der Meisterpflicht ergeben haben, zu korrigieren. Mehr Qualität, nicht weniger. Mehr Ausbildung, nicht weniger. Mehr Verbraucherschutz, nicht weniger“, verdeutlichte Wollseifer. Sein Appell an die frischgebackenen Gesellen: „Bleiben Sie in Ihrem Leben niemals stehen. Bleiben Sie beweglich, bleiben Sie offen, bilden Sie sich fort. Vor allem: Trauen Sie sich den Meister zu! Es gibt keine bessere Ausbildung zur Führungskraft als den Meister.“

Im Anschluss an die offizielle Lossprechung durch den Kreishandwerksmeister überreichten die Obermeister und die Prüfungsausschussmitglieder die Gesellenbriefe und Zeugnisse. Die Prüfungsbesten wurden zudem mit einem Präsent geehrt.

Für die Unterhaltung zwischen den offiziellen Programmpunkten sorgte erneut Jens Ohle. Mit einer kurzweiligen Mischung aus Stand-up-Comedy sowie Leiter- und Hochradartistik erntete Ohle, der unter anderem aus dem „Schmidt-Theater“ und dem „Quatsch-Comedy-Club“ bekannt ist, zahlreiche Lacher und großen Applaus.

Die Absolventen:

Maurer:

Kevin Schipper (UM Uelsener Massivbau, Uelsen).

Hochbaufacharbeiter Maurerarbeiten:

Leon Becker (Bauunternehmen Keen, Osterwald).

Elektroniker, Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik:

Niklas Back (Rewo Elektro- und Systemtechnik, Nordhorn), Tobias Bouw (Theodor Arens, Emlichheim), Sandro Campos de Azevedo (Wilfried Lühn, Wietmarschen), Björn Döring (Vrielmann, Nordhorn), Sascha Gröttrup (Elektrotechnik Ennen, Isterberg), Malte Hans (Elektro Ekkel, Laar), Kevin Hendriks (Elektro Koelmann, Nordhorn), Michael Hindriks (Elektro D. Lankhorst, Neuenhaus), Jascha Husmann (Elektro-Radio-Husmann, Nordhorn), Paul Kertscher (Elektro Schraten, Osterwald), Tobias Kock (BTZ, Nordhorn), Rene Kolenbrander (Grenzland-Elektro, Ringe), Dovlet Kurbanov, Marvin Neesen (beide Elektro Koelmann, Nordhorn), Erik Nöst (Vrielmann, Nordhorn), Marvin Völlink (Rewo Elektrotechnik, Nordhorn), Nicolai Wellen (Elektrotechnik Jens Ohmann, Bad Bentheim), Dennis Wladimirow (Vrielmann, Nordhorn).

Fleischer:

Jonah Rex (Fleischerei Uwe Rex, Ringe-Neugnadenfeld).

Friseur:

Gözde Arslanoglu, Jana Haase, Angelina Kanthak (alle BTZ, Nordhorn), Cornelia Kocak (Seidel Friseurteam, Schüttorf), Kimberly Sharaf (Friseur Hopmann, Nordhorn), Lea-Mari Stähle (BTZ, Nordhorn).

Kfz-Mechatroniker, Schwerpunkt Pkw-Technik:

Mirko Albering (Gildehauser Autoservice, Bad Bentheim), Silas Bergjan (Menzel Automobile, Schüttorf), Lukas Berning (Autohaus Heidotting, Wietmarschen), Marvin Franke (Eduard Kippes, Nordhorn), Dominik Gels (Egon Senger, Wietmarschen), Kevin Großmann (Beresa, Nordhorn), Niklas Gülink (Autohaus Zegger, Neuenhaus), Janik Hagemann (Hartmut und Günther Olthoff, Neuenhaus), Dennis Homes (Autohaus Brüggemann, Wietmarschen), Lennart Berry (RSC Autotechnik, Wietmarschen), Matthias Kähler (First Stop, Nordhorn), Nico Keller (Helming & Sohn, Nordhorn), Simon Kolmer (Grafschafter Autozentrale, Nordhorn), Jesper Lidzba (Autohaus Röttering, Schüttorf), Malte Lünding (Autohaus Paertmann, Nordhorn), Marius Madesta (Getriebetechnik Jürries, Wilsum), Ricardo Mans (Autohaus Kronemeyer, Emlichheim), Kilian Reefmann (Autohaus Peters, Itterbeck), Marc Reineke (Beresa, Nordhorn), Pascal Rickelt (Helming & Sohn, Nordhorn), Selim Sabahoglu (Grafschafter Autozentrale, Nordhorn), Robert Schuite (ASL Autoservice Laarwald, Laar), Nico Snyders (Baasdam Automobile, Neuenhaus), Justin Thomassen (Autohaus Koelmann, Schüttorf), Philipp Veltmann (Autohaus Peters, Itterbeck), Jenny Völkerink (Autohaus Reinhardt, Uelsen), Erik Wieking (Autohaus Osseforth, Nordhorn).

Kfz-Mechatroniker, Schwerpunkt Nutzfahrzeug-Technik:

Gero Kerperin (Autohaus Peters, Itterbeck), Sebastian Veart (List Kraftfahrzeuge, Uelsen).

Maler- und Lackierer:

Kevin Pelties (van der Kamp Malergesellschaft, Neuenhaus), Patrick Rolfes (Maler- und Lackiermeister Hans Hendriks, Wilsum), Ina Vrielink (Malerfachbetrieb Meinderink, Esche), Pascal Wieser (Uwe Niehaus, Bad Bentheim).

Metallbauer, Fachrichtung Konstruktionstechnik:

Pascal Brümmel (Peters-Stahlbau-Gesellschaft, Itterbeck), Joel Gomes (Hoffmann Metallbau, Nordhorn), Douglas Jung (Pro Tec, Nordhorn), Alex Krebert (Peters-Stahlbau-Gesellschaft, Itterbeck).

Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik:

Marcel Geerties, Timo Geerties (beide Kronemeyer, Uelsen), Tobias Herrgott (Schnieders und Böttick Sanitär, Bad Bentheim), Luca Janßen (Theodor Arens, Emlichheim), Nick Jurk, Sebastian Lichtenborg (beide Erich Bender, Nordhorn), Marcel Moor (Pluyter, Nordhorn), Felix Snyders (Kronemeyer, Uelsen), Nicolai Teuber (Hans-Gerd Kaß, Nordhorn), Dustin Tschorn (Evers-Sommer, Nordhorn), Daniel van den Brock (Schulz, Osterwald), Shawn van der Stelt (Voort Sanitärinstallations- und Heizungsbau, Bad Bentheim), Artjoms Volosanovs, Egons Zalans (beide Schulten, Nordhorn).

Tischler:

Dominic van den Bosch (Extern), Sven Gövert (Gussek-Haus, Nordhorn), Fabian Hermeling (HGI Objektdesign, Schüttorf), Manuel Kramer (Weckenbrock Tischlerei, Bad Bentheim), Hannes Mersch (Busmann Holzbau, Schüttorf).

kreishandwerksmeister gerd hindriksfoto wohlrab 532450

Kreishandwerksmeister Gerd Hindriks.Foto: Wohlrab

 

als gaeste dabei von links gerd hindriks dr michael kiehl 532451
Als Gäste dabei (von links): Gerd Hindriks Dr. Michael Kiehl und Reinhold Hilbers.Foto: Wohlrab

Grafschafter Nachrichten "Startklar"
Samstag, 01. Februar 2020

Nico ten Bosch mag es, wenn sein Arbeitsalltag vielseitig ist und er immer wieder aufs Neue herausgefordert wird. Im zweiten Ausbildungsjahr zum Anlagenmechaniker Sanitär, Heizung und Klima bei der Kronemeyer GmbH Sanitär, Heizung, Fliesen in Uelsen wird er täglich mit genau diesem Anspruch konfrontiert, dem er sich gern stellt. Während seiner Realschulzeit präsentierten sich Ausbildungsbetriebe in der Schule. Nico fühlte sich von den Aufgaben, die an einen Anlagen-mechaniker gestellt werden, angesprochen. Ein Praktikum bei der Firma Kronemeyer gab ihm Gewissheit, dass er diesen Beruf erlernen will. Umgekehrt wurde er vom Unternehmen angesprochen, ob er dort seine Ausbildung machen wolle. „Praktika sind auch für uns von ganz großer Bedeutung. Da kristallisiert sich schnell heraus, ob die Voraussetzungen vorhanden sind, die Chemie stimmt und auch das Auftreten und die äußere Erscheinung passen. Denn die Mitarbeiter haben immer einen sehr engen Kundenkontakt und repräsentieren die Kronemeyer GmbH“, beschreibt Betriebsleiter Berend Lucas die Erwartungen des Unternehmens. 30 Praktikanten habe das Unternehmen pro Jahr und kooperiere mit Schulen in Uelsen, Emlichheim und Neuenhaus. Auch mit der Generationenwerkstatt arbeitet die Firma Kronemeyer GmbH erfolgreich zusammen. Hier bauen bis zu vier Schüler aus den achten Klassen Solarkollektoren, die nach Fertigstellung an die Schüler übergeben werden. Ziel ist es, den Jugendlichen schon sehr früh die Tätigkeiten eines Anlagenmechanikers zu vermitteln. Oft korrespondierten die Vorstellungen der Jungen über den Beruf nicht mit dem Arbeitsalltag. Wer bei einem Praktikum hereinschnuppert, könne schnell feststellen, ob er für den Beruf geeignet ist, so Lucas.

 Nico ten Bosch 2
Nico ten Bosch installiert einen Heizstrahler in einer neuen Werkhalle. Foto: Fuchs

„Ich muss praktisch jeden Tag etwas Anderes machen“, erzählt Nico. Zu seinen Tätigkeiten gehört beispielsweise der Einbau von Solaranlagen in einen Rohbau und am nächsten Tag die Installation von Spülkästen. „Man muss in vielerlei Hinsicht handwerklich geschickt sein und auch sehen, wo gerade Arbeit anfällt“, berichtet Nico. Die Arbeit sei insgesamt körperlich nicht mehr so belastend wie vor einigen Jahren, ergänzt Berend Lucas. Dafür spiele die Elektronik eine immer größere Rolle. Nicht zuletzt sei deshalb auch die Prüfungsordnung für Gesellen entsprechend angepasst worden. Weil der Bedarf für Heizungen und Wasser-installationen unverändert bleibe, sei der Job auch krisensicher ergänzt Lucas. Für Nico bieten sich gute Perspektiven, auch nach der Ausbildung bei Kronemeyer arbeiten zu können, weil der Bedarf im Unternehmen vorhanden ist. Insgesamt sei die Zahl der Auszubildenden in der Branche wieder angestiegen, berichtet Lucas. Kronemeyer bietet seinen Mitarbeitern die Möglichkeit, von montags bis donnerstags auf Montage zu arbeiten. Im dritten Jahr haben die Auszubildenden die Gelegenheit, in diese Arbeitsform reinzuschnuppern. Dort würden sie noch einmal mit ganz anderen Aufgaben wie dem Einbau von großen Kesselanlagen konfrontiert, Wenn die schulischen Leistungen stimmen und sowohl die Schule als auch das Unternehmen zustimmen, besteht die Möglichkeit, die Ausbildung auf drei Jahre zu verkürzen.

Grafschafter Nachrichten
Mittwoch, 15. Januar 2020

Schüler der Wilhelm-Staehle-Schule in Neuenhaus haben mit dem Projekt „Generationenwerkstätten“ Einblicke in das Berufsleben gewonnen. Mit den bei drei Handwerksunternehmen gesammelten Erfahrungen können sie sich bereits sehr früh beruflich orientieren.

 Generationenwerkstatt Bild GN 15.01.20
Die Schüler der Wilhelm-Staehle-Schule haben erfolgreich an dem Projekt „Generationenwerkstätten“ teilgenommen. Foto: Hermann Lindwehr

 

Die Leiterin der Wilhelm-Stähle-Schule, Ulrike Arends, begrüßte die Vertreter der Firmen, die Schüler und deren Eltern in der Mensa zum kleinen Festakt. Sie gratulierten den 13 Jungen der Klasse 8 und 9, die nach der Teilnahme an dem Projekt „Generationenwerkstätten“ der Ursachenstiftung Osnabrück ihre Zertifikate erhielten.

Projekt-Botschafterin und Koordinatorin Renate Beineke erklärte: „Das Konzept „Generationenwerkstätten“ wird von der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim und den Kreishandwerkerschaften unterstützt. Es fördert den Nachwuchs und gibt Erfahrungen an die nächste Generation weiter, stärkt das Image mittelständischer Handwerksbetrieb bei Jugendlichen und deren Eltern. Es gibt Unternehmen sowie und Auszubildenden von morgen die Chance, sich schon frühzeitig kennenzulernen.“

Beineke sagte, dass die Schüler von 12 bis 15 Jahren freiwillig zehn Wochen lang an einem Nachmittag in der Woche für je drei Stunden die sich erfolgreich der Nachwuchsgewinnung widmenden Unternehmen Heizung-Sanitär-Fliesen Kronemeyer GmbH (Uelsen), Rohr- und Metallbau Busch GmbH (Osterwald) und das Bauunternehmen Anton Meyer GmbH & Co. KG (Neuenhaus) besucht hätten.

Auf dem Schulhof präsentierten Geschäftsführer Thorsten Busch und Betreuer Bernhold Woltering die von den Schülern Matthew Steffens, Sem Verbokkem, Florian Gövert und Steffen Voet gebaute und sicher montierte Relax-Liege. Hans-Georg Kronemeyer stellte mit den Betreuern Berend Lucas und Rainer Veldmann die von Max Knötzsch, Thorben Olthoff, Elias Rigas und Dennis Baptista gefertigten thermischen Solarmodule vor.

Mit Uwe Paulsen, Prokurist des Unternehmens Anton Meyer, und den Ausbildern Andre van den Bosch und Daniel Hinderink überreichten die Schüler Nick Siebert, Noah Soumah, Nico Kolb, Simon Witte und Norik Pretzel den von ihnen gefertigten Blumenkübel aus Beton.