Grafschafter Nachrichten
Samstag, 09. März 2018

Spende des Unternehmens Kronemeyer 

 

hlw UELSEN. Das Uelser Unternehmen Kronemeyer hat sechs Soccer-Tore an die Wilhelm-Staehle-Haupt- und Realschule in Neuenhaus, die Oberschule in Uelsen und die Edith-Stein-Realschule in Emlichheim übergeben. Geschäftsführer Hans-Georg Kronemeyer sagte: „Wir wollen etwas für die Schulen tun, denn die Zukunftsarbeit macht Spaß. Es ist immer ein schönes Erlebnis, wenn Schülerinnen sowie Schüler ein Praktikum absolvieren und wenn sie dann in unseren Beruf einsteigen.“ Kronemeyer erklärte, dass er zu Weihnachten keine Präsente mehr verteile, sondern das Geld für besondere Zwecke verwende. In diesem Jahr sind es sechs Soccer-Tore im Wert von über 4000 Euro. Diese hat Artur Kölber in Handarbeit aus vollverzinktem Stahlrohr gefertigt. Je zwei sollen an den drei Schulen aufgestellt werden. Kronemeyer übergab die sechs Tore und passend dazu Fußbälle zusammen mit Berend Lucas und Hermann Baarlink von der Betriebsleitung an die Schulvertreter.

Foto Schulen Übergabe Fußballtore
Zur Übergabe der Tore trafen sich Vertreter der Schulen auf dem Gelände des Unternehmens Kronemeyer an der Ziegeleistr. 4 in Uelsen , Foto: Helga Lindwehr
 

 

Grafschafter Nachrichten
Samstag, 24. Februar 2018

Grafschafter erzählen von ihrer Berufswahl für den Anlagenmechaniker Heizung, Sanitär, Klima

Baryalai Momand und Marcel Geerties haben sich für einen handwerklichen Beruf entschieden. Hier berichten sie, wie sie dazu gekommen sind.

Von Andreas Meistermann

NORDHORN/UELSEN. Es war vor etwas mehr als fünf Jahren, als sich Baryalai Momand aus dem von Krieg und Terror heimgesuchten Afghanistan auf den Weg gemacht hat, um für sich und seine Frau endlich berufliches und privates Glück zu finden. Sein Weg führte ihn über die Türkei, Ungarn und Rumänien schließlich nach Deutschland. Nach einem Zwischenaufenthalt in Uelsen fand er in Nordhorn eine neue Heimat bei einer Gastfamilie. Dank seines großen Fleißes lief hier für ihn alles gut. Er machte seinen Hauptschulabschluss und lernte Deutsch an der Volkshochschule. Nachdem er eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung erhalten hatte, konnte sich Baryalai Momand auch Gedanken über seine berufliche Zukunft machen. Ein erstes Praktikum absolvierte er in der Altenpflege, doch schnell stellte sich heraus, dass das nichts für ihn ist. Das zweite Praktikum in einem Handwerksunternehmen brachte dann die Entscheidung. Seit August vergangenen Jahres absolviert er bei der Holboer Installations- und Heizungsbaugesellschaft in Nordhorn eine Ausbildung als Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Das Aufgabengebiet in diesem Beruf ist breit gefächert und erstreckt sich von der Installation von Wasser- und Luftversorgungssystemen sowie Anlagen zur Regen und Brauchwassernutzung bis hin zum Bau von Waschbecken, Duschkabinen, Toiletten und sonstigen Sanitäranlagen. Im ersten Lehrjahr stehen für Baryalai Momand zunächst Werkstoffkunde, das Erlernen von Fachausdrücken und vorbereitende Arbeiten auf Baustellen im Mittelpunkt. Auch mit Flex- und Stemmarbeiten sowie dem Verlegen von Rohren hat er schon Erfahrungen gesammelt. Einem erfolgreichen Abschluss der Lehre steht nichts im Weg, wie seine Kollegen betonen. Sie loben seine Wißbegierigkeit, seinen Fleiß und seine zuvorkommende Art in den höchsten Tönen. Eine große Motivation für den beruflichen Erfolg ist für Baryalai Momand die Tatsache, dass er vor Kurzem eine äußerst positive Nachricht erhalten hat: Seine Frau, die er vor seiner Flucht aus Afghanistan geheiratet hat, erhielt die Erlaubnis, auch nach Deutschland zu kommen. Sie kann zunächst ebenfalls bei der Pflegefamilie in Nordhorn leben. Doch das soll nur eine Übergangslösung sein. Baryalai Momand befindet sich auf Wohnungssuche.

 
momand
Baryalai Momand beim Umbau einer Duschkabine. Sie wird barrierefrei gestaltet, Foto: J. Lüken
 
Ganz anders ist die Geschichte von Marcel Geerties, der seine Lehre bei der Uelsener Firma Kronemeyer GmbH Heizung-Sanitär-Fliesen begonnen hat. Dass er sich für das Handwerk entscheiden würde, war klar, doch in welche Richtung es gehen würde, war noch ungewiss. Nachdem er in den Beruf des Medizinischen Fachangestellten hereingeschnuppert hatte, stellte er fest, dass das nichts für ihn ist. Auf den richtigen Weg brachte ihn sein Zwillingsbruder, der schon eine Lehre als Anlagenmechaniker Heizung Sanitär Klima bei der Firma Kronemeyer begonnen hatte. „Ich hätte nie vermutet, dass der Beruf so vielseitig ist“, erzählt Marcel und schwärmt von der umfangreichen Technik, die in der Branche Platz gegriffen hat. Er nennt die Smart-Home-Technik, die Energiegewinnung, Wärmepumpen, Klimatechnik und die Installation von Solaranlagen. Die Beherrschung aller Techniken verlangt von den Auszubildenden ein hohes Maß an Flexibilität und großes technisches Verständnis. Handwerkliches Geschick gehört ebenfalls zu den Grundvoraussetzungen. Marcel arbeitet gern bei den Kunden. Für ihn ist es jedes Mal eine Freude zu sehen, wenn diese mit seiner Arbeit zufrieden sind. Im Rahmen seiner Lehre hat er auch an zwei Lehrgängen teilgenommen, die Kronemeyer als eines von nur 40 Unternehmen in Deutschland seinen Auszubildenden über das Azubi-Plus-Programm anbietet, wie Ausbildungsleiter Berend Lucas berichtet. Marcel bestätigt, dass er aus diesen Kursen viel Wissen mitgenommen habe. Kronemeyer bietet auch seinen Gesellen in Zusammenarbeit mit den großen Herstellern regelmäßig Fortbildungen an, weil die technische Entwicklung rasant voranschreitet. Nicht zuletzt deshalb ist Marcel überzeugt, in seinem Beruf auch hervorragende Perspektiven zu haben. Berend Lucas kann ihn in dieser Einschätzung nur bestätigen, denn durch den demografischen Wandel würden in den kommenden Jahren mit Sicherheit viele Fachkräfte gesucht. Der Obermeister der Grafschafter Innung Heizung Sanitär, Heinz Balders, beglückwünscht die Beiden zu ihrer Entscheidung und betont ebenfalls die guten Perspektiven dieses Handwerks: „Wer sich für den Beruf des Anlagenmechanikers Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik entscheidet, braucht sich keine Sorgen mehr um seine berufliche Zukunft zu machen. Die Nachfrage nach unseren Dienstleistungen ist so groß, dass wir teilweise kaum noch hinterherkommen. Und im Zuge der technischen Entwicklung wird noch einiges kommen. 

 
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Marcel Geerties ist zur Zeit auf der Baustelle Marienpark in Nordhorn tätig, Foto: J. Lüken

 

Grafschafter Nachrichten
Montag, 22. Februar 2018

Projekt „Meet and Greet“ soll junge Leute für das Handwerk begeistern – Praktikum als Einstieg

Die Grafschafter Handwerksinnungen haben einen Leitfaden für ein professionelles Praktikum entwickelt, um so eine qualitativ hochwertige Betreuung zu gewährleisten. Den jungen Leuten sollen so handwerkliche Berufe schmackhaft gemacht werden.

 
Praktikum Meet Greet
Werben für ein exklusives Praktikum im Handwerk (von links): Gerd Hindriks, Sascha Wittrock, Johann Wilbrand, Jan Wigger, Annik Koops, Berthold Hamhuis, Uwe Paulsen und Hans-Georg Kronemeyer. Foto: Westdörp
 
Von Jonas Schönrock
 
NORDHORN. Was tun gegen den Nachwuchsmangel? Mit dieser Frage haben sich die Grafschafter Handwerksinnungen rund ein Jahr intensiv beschäftigt und mit „Meet and Greet“ ein Konzept erarbeitet.
 
„Gute Handwerker haben alle Arbeit“, sagt Kreishandwerkermeister Gerd Hindriks. „Der einzige Weg, Fachkräfte zu bekommen, ist ausbilden und die Leute halten.“ Das setze voraus, dass die jungen Leute für einen Handwerksberuf begeistert werden. „Das, was in den Betrieben passiert, ist das wichtigste“, findet Hindriks. Im Kern geht es daher bei „Meet and Greet“ um qualitativ hochwertige Praktika, über die der Nachwuchs Einblicke in das Handwerk erhält. „Wir haben diesen Titel ganz  bewusst gewählt, weil alle teilnehmenden Innungsbetriebe besonders gut organisierte Praktika anbieten werden, die in der Berufsorientierung einen echten Mehrwert bringen“, erklärt Sascha Wittrock, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft.
 
Grundlage dafür ist ein Leitfaden, den die Projektgruppe entwickelt hat. Damit sollen die Betriebe in der Lage sein, ein professionelles Praktikum zu bieten. „Bislang haben sich zu viele vor der zusätzlichen Belastung gescheut oder haben keine Vorstellung davon, was sie mit Praktikanten machen sollen“, sagt Wittrock. Dabei habe das Handwerk eine Menge zu bieten. Die teilnehmenden Unternehmen erhalten dazu einen Ordner mit allen relevanten Informationen: Beispielsweise organisatorische und rechtliche Fragen, ein konkreter Ablaufplan und wichtige Formulare als Vordruck. Ob es sich um ein freiwilliges Praktikum in den Schulferien oder ein Pflichtpraktikum handelt, ist dabei egal. „Es gibt ja auch Schüler, die das Gymnasium abbrechen oder später das Studium. Auch diese Leute wollen wir ansprechen“, sagt Gerd Hindriks. Schülern, die es nicht einfach in der Schule hatten, wird während der Ausbildung geholfen. „Wer seinen Abschluss nicht ganz so gut gemacht hat, wird Unterstützung von uns bekommen“, hebt Hans-Georg Kronemeyer von der Kronemeyer GmbH aus Uelsen hervor. Durch positive Erfahrungen in den Praktika soll auch das Image der Handwerksberufe aufpoliert werden. Denn auch im Handwerk sei gutes Geld zu verdienen. Ein Praktikum sollte für die jungen Leute ein Erlebnis sein. Das steht und fällt mit der Qualität“, sagt Hindriks. „Meet and Greet“ soll nach den Plänen der Projektgruppe als eine Art Gütesiegel etabliert werden. „Die Betriebe verpflichten sich, ihren Praktikanten nur sinnvolle Beschäftigungen zu geben“, sagt Josef Hopmann, Friseur aus Nordhorn. Feedbacks seien besonders wichtig, wie Berthold Hamhuis von der Peters Stahlbau GmbH aus Itterbeck betont: „Mit Bewertungsbögen geben wir den Praktikanten und ihren Eltern im Nachgang die Möglichkeit, Lob und Kritik zu äußern.“
 
Um die jungen Leute anzusprechen, wird kräftig die Werbetrommel gerührt. So ist geplant, das Modell an den Schulen vorzustellen. „Wir werden gezielt auf Eltern zugehen und natürlich die jungen Leute selbst ansprechen, etwa mit einer Flyer-Kampagne, mit unserem Facebook- Auftritt oder einem Erklär- Video“, sagt Annik Koops von der Kreishandwerkerschaft. Und wie ist das Team auf den Namen „Meet and Greet“ für das Projekt gekommen? „Wir haben nach einem Namen gesucht, der die jungen Leute neugierig macht“, sagt Sascha Wittrock. „Meet and Greet“ stehe für ein Treffen mit einer prominenten Person. „Bei uns trifft man zwar keinen Promi, aber womöglich seine eigene berufliche Zukunft und das ist sicher genauso viel wert.“
 
Weitere Informationen zum Projekt und eine Datenbank mit allen teilnehmenden Betrieben gibt es im Internet unter www.grafschafterhandwerk. de